Es gibt einen Moment, den fast alle kennen, die regelmäßig Rad fahren. Du bist auf einer vertrauten Strecke. Alles wirkt normal. Dann zieht ein Auto heraus, jemand biegt ab, eine Tür geht auf – und für einen kurzen Augenblick fragst du dich: „Haben die mich überhaupt gesehen?"

In der Stadt ist das besonders herausfordernd.
Der Verkehr ist dichter geworden, die Fahrzeuge größer, die Sichtlinien kürzer. Ein Radfahrer verschwindet schnell einmal hinter einem Transporter oder zwischen parkenden Autos – nicht, weil ihn jemand übersehen will, sondern weil der Platz einfach voll ist. Daraus folgt eine ziemlich einfache Erkenntnis: Wer früh gesehen werden will, muss früh sichtbar sein. Und das ist keine Frage von Schuld, sondern von Möglichkeiten.
Wir können nicht steuern, wie aufmerksam andere unterwegs sind. Aber wir können beeinflussen, wie gut und wie früh sie uns wahrnehmen. Und davon hat nicht nur die Person auf dem Rad etwas. Auch wer im Auto sitzt, profitiert davon, ein Fahrrad rechtzeitig zu erkennen und entspannt reagieren zu können, statt erst im letzten Moment. Sichtbarkeit ist nichts, das man gegen andere einsetzt. Sie ist etwas, von dem alle profitieren.
Die Frage ist also nicht, ob man auffällt – sondern wie. Nicht greller als der Rest. Sondern an der richtigen Stelle: hoch, eindeutig und aus jeder Richtung sichtbar. Genau dort beginnt Sicherheit. Nämlich lange, bevor es darauf ankommt.