ATV - Das Interview

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ATV - Das Interview

ATV: Man sieht, es kann ziemlich gefährlich sein auf der Straße, vor allem wenn ein paar kritische Faktoren mitwirken. Ich habe dunkle Kleidung an, keine reflektiven Accessoires und es ist generell dunkel. Ein kleiner Fakt dazu: Wenn ich so in diesem Umfeld auf der Straße unterwegs bin, dann bin ich für Menschen hinterm Steuer erst ab etwa 25 Meter Entfernung sichtbar. Würde ich reflektierende Kleidung tragen oder wäre es heller, wären das bis zu 140 Meter – also deutlich mehr Zeit für uns beide zu reagieren.

 

Wir haben also festgestellt, ich bin in einer gefährlichen Situation. Wie gefährlich es auf den Straßen werden kann, das hat ein Wiener Unternehmer am eigenen Leib erfahren und hat die Sicherheit auf den Straßen zu seiner persönlichen Mission gemacht.

 

Ich treffe Unternehmer Stefan Reichlin – wie soll es sonst sein – in der Dämmerung. Da hat nämlich auch seine Geschichte ihren Lauf genommen.

 

Stefan Reichlin: Vor eineinhalb Jahren sind meine Tochter und ich mit Fahrrad und Fahrradanhänger an einer Kreuzung von einem Auto um Haaresbreite übersehen worden. Der Autofahrer hat damals gesagt, er hat uns aufgrund der parkenden Autos schlichtweg nicht gesehen. Ich bin am selben Abend noch ins Internet gegangen, habe recherchiert, was es für Produkte gibt, die mich im Straßenverkehr sichtbarer machen – und habe nichts dergleichen gefunden. Das war auch die Initialzündung, dieses Projekt ins Leben zu rufen. Ich habe 20 Jahre Immobilienbranche hinter mir angestellt und widme mich seitdem voll und ganz diesem Startup.

Rund 50 Prototypen später können wir uns seine Idee genau anschauen.

 

ATV: Es ist jetzt ziemlich schnell dunkel geworden – aber es ist das perfekte Licht, um dein Produkt herzuzeigen. Wie handhabt man das, wie funktioniert es und was macht es besonders?

 

Stefan Reichlin: Wir haben in über einem Jahr Forschungsarbeit die richtige Materialwahl für ein stabiles und gleichzeitig flexibles Leuchtsignalsystem finden müssen. Wir haben einen Akku, den man wie USB-C zu Hause einfach aufladen kann. Die Befestigungsvariante ist werkzeugfrei und für jeden Fahrradtyp geeignet. Das Produkt ist so hoch gestaltet, dass es quasi über parkende Autos hinweg sichtbar ist, wenn man vorbeifährt – das war unsere Hauptmission. Ein durchschnittlicher SUV ist ca. 1,80 Meter hoch, und unser „Lumi" befindet sich bei ca. 2 Meter. Es ist auch möglich, mit einem weiteren Modul auf 2,50 Meter aufzustocken.

 

Ein Test vor Ort zeigt: Die bei Anhängern gesetzlich vorgeschriebene, mindestens 1,50 Meter hohe Fahnenstange kann oft schwer zu erkennen sein.

 

Stefan Reichlin: Dieser Fahrradanhänger mit diesem Wimpel hat damals zu diesem Beinahe-Unfall geführt, weil wir durch das Auto hindurch einfach nicht sichtbar waren. Abgesehen davon hat das Auto mit seinem Lichtkegel die reflektierende Fläche nicht erreicht – somit war es für ihn schlicht nicht sichtbar. Damit hat dieses Thema für unsere Anhänger ausgesorgt.

 

ATV: Ob zu Fuß oder am Rad – nur knapp über ein Drittel dieser Gruppen ist abends gut sichtbar ausgestattet. Besonders gefährlich wird es, wenn man etwa zwischen parkenden Autos auf die Straße tritt. Stefans wortwörtliche Erleuchtung LuMe könnte künftig Abhilfe schaffen.

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